Mann-mit-Hut Jazzquintett

Pressestimmen

Das G6-Finale mit einem Kind des G6

"Mann mit Hut" begeistert bei allerletztem Konzert der produktiven Kleinkunstbühne

NEUMARKT. Die Woche der Abschiede ist vorbei: Nach dem letzten Starkbieranstich am Montag zuvor, gab es am Samstag den vom alten G6 in der Grünbaumwirtsgasse. Dass er von einer jungen Jazz-Formation gestaltet wurde, die sich ausgerechnet eben im G6 gegründet hatte, war eher Zufall. Denn ursprünglich war geplant, dass schon im Februar das neue G6 seine Pforten aufgemacht hätte. Doch so geriet der Auftritt von "Mann mit Hut" am Samstag zu einem durchaus symbolischen Finale.
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Die Formation, die sich nach einem jener berüchtigten Zeitgenossen nannte, die manchesmal bei Autofahrten als Vordermann zur enormen Geduldsprobe werden, war ein Volltreffer zu diesem Finale. Jedem Spieltempo - Ballade, Bebop, Salsa, Funk - wurden sie gerecht. Wie das Quintett abwechslungsweise das Gas- und dann wieder das Bremspedal nach Belieben betätigte, wurde zur Augenweide. Die knapp zwei Stunden reine Konzertzeit verflogen auch deshalb im Flug, weil es enormen Spaß machte, die auch optisch erkennbare Spielfreude der fünf Musiker zu verfolgen.
Obwohl es keiner mit den Soli übertrieb: Was die fünf von "Mann mit Hut" eben an solistischer Perfektion zu Gehör brachten, war beeindruckend. Joachim Werner (E-Piano) und Bettina Maier (Sopran- und Alt-Saxophon sowie Klarinette) wirkten zwar manchesmal bestimmend. Doch was Sebastian Hiecke (Percussion), Sebastian Schmidt (E- und Kontra-Bass) sowie das "Tier an den Drums", Thomas Frühinsfeld, an rhythmischer Stütze boten, rundete das Urteil über diese Formation ab: Homogen, heiter im Ausdruck und enorm hörbar - [...]"

Lothar Röhrl, Neumarkter Tagblatt (19.März 2007)


Junge Fans machen totgesagten Jazz lebendig

Neue Töne aus Neumarkt im Kick:
Saxofonistin und vier Musiker finden als "Mann mit Hut" Gehör

HERSBRUCK - Jazz vom Feinsten vom "Mann mit Hut" aus Neumarkt im gut besuchten Kick. Das ursprünglich kammermusikalische Spaßprojekt bestand aus einer jungen Dame und vier Herren, allesamt aber ohne Hut.
"Der Name ist entstanden, als wir zusammen im Auto unterwegs waren und vor uns einer so langsam her fuhr, eben einer mit Hut", so Pianist Joachim Werner erläuternd. Mit von der Partie waren versiert an ihren Instrumenten Bettina Meier (Sax), Sebastian Schmidt (Bass), Thomas Frühlingsfeld (Drums) und Sebastian Hieke (Percussion). Gleich zu Beginn gab es Mambojazz, dann Salsa, Jazz-Lounge Klänge, Klassisches und Standards: Alles kam jeweils selbst umarrangiert daher, groove- und spaßbetont mit herrlichen Breaks versehen, mit virtuosen Piano- und Saxläufen im Wechsel mit den anderen Instrumenten.
Jazz von jungen Künstlern, weil diese Musik eben doch zieht: "Wir wollten einfach nur spielen, ohne schon Auftritte zu planen", so Sebastian Schmidt. "Aber es ist natürlich toll, wenn was geht!" Und wie es geht. Hier sind Könner am Werk, Musiker, die noch in anderen Bands spielen, aber dieses Projekt nutzen, um ihre Musik zu machen.
Hier wird zwar vom Blatt gespielt, aber die Instrumente lösen sich auch. Die Freiheit im Kopf wird bei den Pianoausflügen spürbar, Kreativität hörbar, Musikalität erlebbar. Von "Nobody else but me" bis "La Fiesta", ob Chick Corea oder Herbie Hancock, "Mann mit Hut" geht keinen einfachen Weg, wagt sich an schwieriges Material und gibt den Händen des inspirierten Publikums nach jedem Solo etwas zu tun. Beifall pur für wirklich schöne Klänge und Töne!

Lässig und mit Power

Ob cool und lässig, oder auch mal mit etwas mehr Power: Der Sound ist angenehm und herrlich smooth, nicht zu kühl und nicht zu heiß gemixt. Diesen Jung-Musikern steckt es bereits im Blut und man merkt zwar die große Erfahrung und Spieltechnik manch alter Hasen noch nicht, aber verstecken braucht sich hier keiner. Mit unkonventioneller Art und Offenheit werden musikalische Berührungsängste abgebaut.
Dass solche Musik aus der Oberpfalz kommt, muss Franken staunen lassen. Schönklang und lässig dahinfließender Abend. Da steckt noch Potential drin und das lässt noch vieles erhoffen."

Thomas Raum, Hersbrucker Zeitung (4. April 2006)


Altstadtfest 2005

"Wer am Freitag auf die etwas unbekannteren Namen neugierig war, wurde nicht enttäuscht. So im Internetcafé G6 bei der Formation "Mann-mit-Hut". Der unbekannte Namensgeber ist übrigens jener Verkehrsteilnehmer, der im Auto den Hut auf hat und so zum Inbegriff für "Dahinschleichen" oder "Vorfahrt-Missachten" geworden ist.
So sehr man sich über jenen Zeitgenossen als direkter Hintermann auch ärgern darf, über die Band gleichen Namens darf man sich freuen. Musikstudent Joachim Werner und seine Mitstreiter Sebastian Schmidt (Kontra-Bass), Thomas Frühinsfeld (Drums), Sebastian Hiecke (klasse Percussion) und Saxophonistin Bettina Maier gibt's in dieser Formation erst seit Februar. Studium, Abitur und Kollegstufenstress [...] verhinderten nicht, dass eine im Sound sehr eingespielt wirkende Formation entstanden ist. Erfolgreich besteht sie das Wagnis, von Salsa über interpretierte Jazz-Klassik (Gershwin) bis zu anspruchsvollem Pop (Sting) ein[...] breites Repertoire zu spielen. Ein schöner neuer akustischer Farbtupfer in der NM-Szene!"

Neumarkter Tagblatt (14.Juni 2005)